Beim Konversionssenats stand am 01.07.2014 die
Verabschiedung des vorgelegten Stadtentwicklungskonzepts (SEK) für das
Konversionsgelände auf der Tagesordnung. Der Verlauf der Sitzung wurde von der Fragestellung
dominiert, die die Bamberger Linken Liste (BaLi) und die GAL in die allgemeine
Debatte geworfen hatte: Nämlich ob der umfangreiche Wohnungsbestand auf dem
Areal nicht doch erhalten und weiter genutzt werden kann.
Die Bamberger Linke Liste forderte,
dass der jetzige Wohnungsbestand auch weiterhin - als "Spartenerhalt"
- in der Entwicklungskarte verbleiben muss, und dass der vorgelegte
Etappen-Plan (der die Nutzung eines Großteils der Gebäude verhindern würde) im
Text als nur eine Möglichkeit gehandhabt wird neben anderen möglichen
Verläufen der Konversion, welche den Gebäudebestand möglichst vollständig
integrieren.
Die Stadtverwaltung reagierte auf
die Forderungen aus den Reihen von BaLi und GAL damit, dass dieses Thema in den
Beschlusstext zur Verabschiedung des Stadtentwicklungskonzepts aufgenommen
wurde. Sie legte außerdem fest, dass "eine angemessene Bestandsintegration
insbesondere zum Bewohnen geeigneter Gebäude anzustreben" sei. Dies allein
konnte den Stadtrat Heinrich Schwimmbeck nicht zu einer Zustimmung oder zur
Rücknahme seiner detaillierteren Forderungen bewegen. Die neue Formulierung
ließ noch allzu sehr offen, was unter "angemessener"
Bestandsintegration zu verstehen sei. Eine ausreichende Brücke dafür schlug
dann aber die SPD-Fraktion, die in diesem Zusammenhang vorschlug, ausdrücklich
den Gebäudefortbestand der Flynn-Area zu nennen. Mit dem Zusatz: "Dazu
gehören auch die Gebäude der Flynn-Area an der Pödeldorfer Straße" konnte
auch der BaLi-Stadtrat der Beschlussvorlage ohne Bauchschmerzen zustimmen.
Schwimmbeck äußerte sich
anerkennend über die Haltung der SPD-Fraktion, die ihren unterstützenden
Vorstoß nicht zuletzt damit begründete, dass die Bürgerschaft "dies
offensichtlich so will". Andere Senatsmitglieder beschimpften diese Position
als "populistisch"; wie einige Wortbeiträge vermuten ließen, erfolgte
die Zustimmung nur, "damit hier mal Ruhe reinkommt"; wiederum andere
warnten davor, die Zustimmung an dieser Stelle nur zu formulieren , aber
nicht wirklich als Anliegen der Bürger ernst zu nehmen.
Diese Bürger waren übrigens
unübersehbar mit von der Partie. Nicht nur in Form der Teilnahme an der
öffentlichen Sitzung - auch wenn sie weit abgelegen in den Räumen der
Bereitschaftspolizei erfolgte -, sondern vor allem schon im Vorfeld mit
eindrücklichen Transparenten, die "Nutzung statt Abriss!" forderten
und die Stadtentwicklungspolitik bildlich als Abrissbirne darstellten.
Im Nachgang zeigte sich Schwimmbeck
mit dem Verlauf und dem Ergebnis der Sitzung "zunächst einmal sehr zufrieden".
"Der Wohnungsbestand auf dem Konversionsgelände ist wieder im Spiel",
fasste er das Ergebnis zusammen. In den folgenden Wochen, Monaten und Jahren
werde es darum gehen, immer wieder an diesen Beschluss zu erinnern. Die
Bamberger Linke Liste werde sich konstruktiv an der Suche nach Lösungen
beteiligen, wie der Wohnbestand möglichst umfassend weiter genutzt werden kann.
Vorschläge und Mithilfe der Bürgerschaft seien bei diesem Unterfangen nicht nur
willkommen, sondern entscheidend für das Gelingen.

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