Die Bamberger Linke
Liste (BaLi) will in der Wahlperiode 2014 bis 2020 einen Bamberger
Sozialpass einführen.
Vergünstigungen
bei sozialen Grundbedarfen
Beim Bamberger
Sozialpass handelt es sich um einen kostenlosen Berechtigungsschein. Inhaber dieses Passes können wichtige
öffentliche Güter der sozialen Grundversorgung stark vergünstigt
beziehen. Bei manchen Gütern ist auch denkbar, dass bei ihrem Erwerb nur eine
geringe Eigenbeteiligung zu leisten ist oder dass sie vielleicht gänzlich
gratis bezogen werden können.
Zu den einschlägigen
Grundbedarfen gehört vor allem:
- Die Benutzung des Öffentlichen Nahverkehrs (Stadtbusse)
- Der Besuch der öffentlichen Schwimmbäder (inklusive Bambados)
- Die Nutzung von Bildungseinrichtungen der Stadt, insbesondere der Stadtbücherei und die Belegung von Kursen der Volkshochschule (VHS)
- Der Besuch einzelner kultureller Veranstaltungen und Einrichtungen, vor allem bei den Bamberger Symphonikern, im Stadttheater, in städtischen Museen und städtischen Ausstellungen.
Zu den Grundbedarfen
des Menschen gehören natürlich auch und ganz entscheidend das Wohnen und die
Energieversorgung.
Inhaber des Bamberger
Sozialpasses sollen nach unseren Vorstellungen automatisch berechtigt sein,
eine Sozialwohnung zu beziehen.
Die Bamberger Linke
Liste (BaLi) strebt gleichzeitig an, dass finanziell benachteiligte Bamberger
und Bambergerinnen vergünstigt Energie von den Stadtwerken beziehen können.
Auch dafür könnte der Sozialpass der Berechtigungsnachweis sein.
Wer erhält den
Bamberger Sozialpass?
Den Bamberger
Sozialpass sollen alle finanziell benachteiligten Bamberger(innen) erhalten.
Das sind Bezieher von Hartz-IV, Grundsicherung und Sozialhilfe. Und außerdem
kinderreiche Familien, BaföG-Studenten und überhaupt alle übrigen
Bamberger(innen) mit geringen Einkünften, die nicht zu dem oben eigens
genannten Personenkreis gehören.
Höhe der
Ermäßigung
Die Höhe der
Ermäßigungen durch den Sozialpass könnte und wird für die einzelnen Leistungen
wahrscheinlich unterschiedlich sein. Eine ganz unentgeltliche Nutzung könnte
dann möglich sein, wenn der Stadt Bamberg durch zusätzliche Nutzungen von
Passinhabern keine oder nur geringe zusätzliche Kosten entstehen (z.B. Besuch
des ohnehin ungenügend belegten Bambados, oder städtische Museen). Die Nutzung
könnte evtl. eingeschränkt sein (z.B. für Inhaber des Passes monatlich maximal
2 ermäßigte/kostenlose Besuche im Bambados). Generell sollten die Ermäßigungen
so weit gehen, dass Inhaber des Passes maximal den Betrag aufzuwenden haben,
der in der Hartz-IV-Tabelle für einzelne Sparten festgelegt ist (siehe
Erläuterungen weiter unten).
Wir müssen davon
ausgehen, dass wir andere Gruppierungen im Stadtrat vom "Bamberger
Sozialpass" erst überzeugen und diese mit ins Boot holen müssen. Dies wird
vermutlich am wenigsten bei den lange etablierten Parteien CSU und SPD möglich
sein. Die Höhe der Ermäßigungen durch einen Bamberger Sozialpass wird letztlich
stark von entsprechenden Verhandlungen abhängen. Wie stark sich unsere Position
dabei positiv auswirken kann, wird davon abhängen, mit wieviel Sitzen wir im
Stadtrat vertreten sein werden.
Zusammenarbeit
(Kooperationen) mit privaten Anbietern
Unentgeltliche oder
ermäßigte Angebote für Inhaber des Bamberger Sozialpasses kann der Stadtrat alleine
nur aus seinem eigenen "Warenkorb" machen. Wenn der Pass aber
ausreichende gesellschaftlich anerkannt wird, könnte das Angebot auch auf
Leistungen privater Anbieter ausgeweitet werden. Z.B. stellen wir uns
langfristig Kooperationen mit nicht-städtischen Firmen und Organisationen vor,
z.B. mit dem Fränkischen Tag oder mit Sport- und Kulturvereinen, damit die
Pass-Inhaber auch an deren Angeboten vergünstigt teilhaben können.
Welche Absichten
werden mit dem Bamberger Sozialpass verfolgt?
Mit Hartz IV, Sozialhilfe,
Frührente und weiteren staatlichen Leistungen stehen zwar Hilfen für Menschen
zur Verfügung, die arbeitslos, erwerbsunfähig, gehandicapt oder von schicksalhaften
Ereignissen langfristig betroffen sind. Wir von der Bamberger Linke Liste
(BaLi) sind allerdings der Überzeugung, dass die angebotenen staatlichen Hilfen
nicht ausreichen. Manche Menschen fallen durch die Raster, bei manchen
Betroffenen reicht die Höhe der staatlichen Leistungen nicht für ein
menschenwürdiges Leben aus. Ganz viele Menschen sind durch die finanzielle
Situation in der "sozialen Teilhabe" eingeschränkt: Sie können
überleben, sind aber von vielen gesellschaftlichen Unternehmungen ausgeschlossen.
Die angebotenen
staatlichen Hilfen sind in der Höhe überwiegend zu niedrig angesetzt. Das gilt
ganz besonders für diejenigen Bedarfe, welche die Teilnahme am gesellschaftlichen
Leben ermöglichen. So sind im Hartz-IV-Satz Kosten von nur 0,76 € täglich für
"Verkehr" oder von 1,33 € täglich für "Freizeit, Unterhaltung,
Kultur" eingeplant und eingerechnet. Erschwerend kommt vielfach dazu, dass
der errechnete minimale Regelsatz meist gar nicht voll zur Verfügung steht,
weil davon noch für Miete und Heizung weggelegt werden muss, die eigentlich von
der Kommune vollständig erstattet werden sollten, was aber selten geschieht.
Mit dem Bamberger
Sozialpass soll ein Ausgleich für ungebührliche Härten geschaffen
werden, die oben benannt sind. Es soll die "soziale Teilhabe"
aller Bürger gestärkt und gesichert werden - niemand soll aus finanziellen
Gründen von den grundlegenden Freizeitmöglichkeiten, kulturellen und bildenden
Angeboten ausgeschlossen sein. Dies ist aber in unserer Gesellschaft, wie sie
derzeit angelegt ist, ganz oft der Fall. Es ist Ausdruck und Folge davon, dass
die soziale Schere weit und immer weiter auseinander klafft. In dieser Betrachtungsweise stellt der
Bamberger Sozialpass nicht nur eine Hilfe für einzelne Betroffene dar, sondern
trägt zur Wiederherstellung einer gerechteren Gesellschaft bei.
Wir würden es
begrüßen, wenn die staatlichen Leistungen (des Bundes) so weit aufgebessert
würden, dass Arbeitslosen, Erwerbsunfähigen und anderen Betroffenen eine ausreichende
gesellschaftliche Teilhabe ohne Vergünstigungen durch einen Bamberger Sozialpass
möglich ist. Das muss und wird auch unser langfristiges Ziel bleiben.
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